Ranzenpost 22: Schule in den Zeiten von Corona

Liebe Eltern, liebe Freunde unserer Schule,

normalerweise erfahren Sie in der wöchentlichen Ranzenpost, was IN unserer Schule vor sich geht. 
Ich schreibe Ihnen jedoch heute aus dem Zimmer meiner Tochter, während diese im Wohnzimmer Cello übt, während mein Mann in einem weiteren Zimmer Homeoffice betreibt. 
Aktuell sind Flexibilität, Spontanität sowie Geduld die am meisten geforderten Eigenschaften – davon können Sie mit Sicherheit ebenfalls ein Lied singen. 
Apropos Lied: Meine Nachbarin bat mich heute Morgen beim Vorübergehen am Küchenfenster, Nora möge doch bitte auf dem Balkon üben und was ich von gemeinsamem Nachbarschaftssingen an geöffneten Fenstern halten würde. Ich muss sagen, der Gedanke, jeder für sich und dennoch gemeinsam zu musizieren hat etwas. Aus der Not heraus finden sich so plötzlich neue Wege des Miteinanders. 

Bisher klappt das Unterrichten zu Hause ganz gut. Das liegt vermutlich noch daran, dass ein gewisser Hauch Exotik mitschwingt. Um die Struktur nicht völlig neu aufzustellen, tun wir einfach so, als wäre „ganz normal Schule“. Ich gebe zu, wir stehen etwas später auf, aber spätestens 8.30 Uhr wird gerechnet, Russisch geschrieben, Baumtagebuch weiter gemalt, Cello und Klavier geübt, Englisch Vokabeln gelernt. Zwischendurch verschwindet Nora in den glücklicherweise vorhandenen Garten mit der Bemerkung „Ich hätte jetzt Sport! Ich geh ´ne Runde raus!“ Soviel Federball wie in den letzten Tagen habe ich noch nie im März gespielt.

Auch wenn wir aktuell nicht im Schulgebäude vor Ort sein können, den neuen Blog unserer Schülerzeitung ebbesnews können wir auch von zu Hause bespielen. Eine Gruppe Schülerinnen aus den Klassen 9 bis 12 hat sich nach den Projekttagen zu Waldorf100 gefunden, um die ehemals gedruckte und in den letzten vier Jahren „eingeschlafene“ Schülerzeitung wieder zum Leben zu erwecken. 

„Ob es Nachteile gibt, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, die Vorteile jedoch liegen erst einmal auf der Hand: wir sind freier darin, wann wir etwas veröffentlichen; jeder Artikel erscheint aktuell, sobald er geschrieben ist –  und wir können hoffentlich durch die Kommentare mehr Interaktion mit den LeserInnen aufbauen.
Wir wollen diesen Blog nutzen, um ein-, bis dreimal wöchentlich über Themen zu schreiben, die uns interessieren. Deshalb wird es hier neben den üblichen Artikeln auch Reisetagebücher, Buch- und Filmkritiken u.v.m. geben…“  schreibt Pauline (Klasse 12) im Eingangsartikel.

Schauen Sie doch einmal vorbei unter www.ebbesnews.de und stöbern Sie ein wenig.

Ich wünsche Ihnen gutes Durchhaltevermögen für die kommende Zeit und – derzeit ein Wunsch von ganz besonderer Gewichtung: bleiben Sie gesund!

Ihre Sabine Romann
(Öffentlichkeitsbüro)