Unsere Schule

Freien Waldorfschule am Kräherwald e.V.

Die Freie Waldorfschule am Kräherwald wurde 1948 gegründet. Sie ist seit vielen Jahren als Gesamtschule und offene teilgebundene Ganztagsschule mit humanistischer und naturwissenschaftlicher Bildung staatlich anerkannt. Träger ist der gemeinnützige „Verein der Freien Waldorfschule am Kräherwald e.V.“. Die der Waldorfpädagogik zugrunde liegende Menschenkunde wurde von Rudolf Steiner aus der von ihm begründeten Anthroposophie heraus entwickelt.

Wegen der betont altersgemäßen Behandlung der Unterrichtsstoffe werden die Schüler* in Jahrgangsklassen unterrichtet. Das Bildungskonzept der Waldorfschulen ist auf die in den Kindern liegenden seelischen und geistigen Veranlagungen und Begabungen ausgerichtet.

Deshalb haben neben den üblichen wissenschaftlichen Fächern der künstlerische und praktische Unterricht ein großes Gewicht. Die Förderung dieser Bereiche bildet die beste Grundlage für die Entwicklung der geistigen Beweglichkeit.

Jeder Schüler kann seinen Fähigkeiten entsprechend eine der staatlichen Abschlussprüfungen ablegen.

Die Freie Waldorfschule am Kräherwald steht allen Kindern offen, ohne Rücksicht auf religiöse und politische Überzeugung, Nationalität sowie soziale und finanzielle Lage der Eltern.

Unsere Schulgemeinschaft

Unsere Schule wird wie andere Freie Waldorfschulen auch von den Eltern und Lehrern in gemeinsamer Trägerschaft ermöglicht. Nur weil Eltern und Lehrer im Schulverein Mitglieder sind, gibt es mit diesem Verein der Freien Waldorfschule am Kräherwald e.V. einen rechtlichen Träger unserer Schule; der Vorstand dieses Trägervereins wird von Eltern und Lehrer*innen paritätisch besetzt.

Darüber hinaus gestalten Eltern zusammen mit den Lehrern die Schule in vielen Bereichen, sei es im Eltern-Lehrer-Rat, der Küche, im Garten usw.

Historisches

Erneuerung des Kulturlebens 1919
Im Jahre 1902 forderte die schwedische Pädagogin Ellen Key, das beginnende Jahrhundert müsse ein „Jahrhundert des Kindes“ werden. In vielen Städten hielt Rudolf Steiner 1907/08 den Vortrag „Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft“. Er ist die Grundlage der anthroposophischen Pädagogik geworden und wirkt wie eine Antwort auf Ellen Keys Vision, die weitgehend eine Utopie geblieben ist.
Aus dem Zusammenbruch der alten Welt nach dem Ersten Weltkrieg wurde die erste Waldorfschule 1919 in Stuttgart gegründet. Sie sollte durch eine menschengemäße Erziehung und Bildung zur Erneuerung des kulturellen Lebens beitragen. Und nach der Katastrophe der Nazi-Herrschaft und des Zweiten Weltkrieges, als wieder eine geistige Erneuerung lebensnotwendig wurde, strömten unzählige Eltern mit ihren Kindern zu den wieder bzw. neu eröffnenden Waldorfschulen — 1938 waren sie verboten worden.
Die Gründung 1948
In Stuttgart war die Mutterschule trotz doppelter Klassen dem Ansturm nicht gewachsen; aus dieser Notlage wurde die zweite Stuttgarter Waldorfschule — am Kräherwald — 1948 gegründet, zunächst als C-Klassen-Bereich der Schule an der Uhlandshöhe. Heute erscheint es wie eine heroische Sage, dass es in einer zerstörten Stadt ohne jedes Geld gelang, ein wunderbar gelegenes, allerdings völlig verwahrlostes Gebäude — die „Villa Wolf“ im Norden der Stadt — zu mieten und es mit eigenen Kräften so weit herzurichten, dass am 19. Oktober 1948 mit dem Unterricht begonnen werden konnte.

Nur durch die Opferbereitschaft vieler Eltern und den unermüdlichen Einsatz einzelner Persönlichkeiten wie Dr. Erich Gabert, Fritz Koegel (Lehrer), Prof. Rolf Gutbrod und Dr. Emil Kühn (Eltern) gelang das Werk: 236 Schüler wurden aufgenommen, dreizehn Lehrkräfte standen zur Verfügung. Die enge Zusammenarbeit mit der Schule an der Uhlandshöhe war zunächst lebenswichtig, bis dann an Ostern 1952 die Freie Waldorfschule am Kräherwald als selbständige Schule, getragen von einem eigenen Verein, durch das „Kult“ministerium – so hieß es damals – genehmigt wurde.

* Zur besseren Lesbarkeit verwenden wir in diesem Text „Schüler“ bzw. „Lehrer“. Gemeint sind selbstverständlich immer alle Geschlechter.