Ranzenpost 21: Plastizieren in Klasse 6

Liebe Eltern, Ehemalige und Freunde unserer Schule,

diese Woche möchten wir Ihnen das Fernwerken-Projekt der 6. Klassen präsentieren. Es war für uns Werklehrer eine spannende Herausforderung, aus unserem praktischen Fach, das normalerweise Werkzeuge und Werkbänke voraussetzt, ein Projekt für Zuhause zu finden.

Uns war es wichtig, dass trotz des Ausnahmezustandes auch die praktischen Fächer, die einen wichtigen, kreativen und willensbildenden Ausgleich zu den „Kopffächern“ bieten, einen Teil des Homeschoolings bilden.

Die Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen beschäftigten sich in den fünf Wochen von Ende Januar bis Ende Februar mit verschiedenen Tiergestalten, die sie in Ton plastizierten.

Wir verstehen das Plastizieren als eine Tätigkeit, die den ganzen Menschen in Anspruch nimmt. Der Kopf muss eine Vorstellung von der Tiergestalt im Raum liefern, die Hände und Finger müssen diese Vorstellung in die Materie umsetzen und im Fühlen merken wir, ob Kopf und Hände im richtigen Einklang arbeiten. Besonders in unserer Kultur – und noch mehr in der Corona-Krise, wo große Bereiche des Lernens und des Alltags immer mehr zur Zweidimensionalität werden – gewinnt die plastische Gestaltung in der Dreidimensionalität eine wichtige Rolle.

Die Plastizierarbeit begann stets mit einer Kugelform, die zu einer Ei-Form umgestaltet wurde, um verschiedenste Tiere herauszuarbeiten. Zunächst ein Vogel, der von seiner Grundform der Ei-Form sehr nahe bleibt. 

Das zweite Tier war schon anspruchsvoller und forderte mehr Feinarbeit. Es konnte zwischen Eichhörnchen, Kuh und Kaninchen wählen. 

In der dritten Stufe konnte schließlich ausgewählt werden, ob eine Tierfamilie plastiziert, eine Tierform aus Speckstein bearbeitet oder eine Zeichnung des Tieres angefertigt wird.

Zu unserer großen Freude widmeten sich viele unserer Schülerinnen und Schüler dieser Aufgabe und gestalteten selbstständig wunderschöne Tiere – dabei verlieh jeder seinem Tier einen einzigartigen Ausdruck. Manche Tiere wirken ernsthaft, manche freudig, andere sind energisch oder still.

In den folgenden Wochen werden wir die fertigen Tiere in einer Ausstellung präsentieren, damit jeder die Arbeiten der Klassenkameraden sehen kann.

Nun sind wir erstmal sehr froh, den Schülern der Klassen 5 und 6 in unseren Werkstätten wieder zu begegnen und wünschen uns, bald alle Klassenstufen wieder in der Schule unterrichten zu können.

Herzlich grüßt

für die Werklehrer

Yotam Shaliv