Die Kraniche des Ibykus


DIE KRANICHE DES IBYKUS von Friedrich Schiller und andere Werke Eurythmieabschluss als Projekt der Klasse 12 B Choreografie: Elena Domratcheva
Freie Waldorfschule am Kräherwald, Rudolf Steiner-Weg 10,70192 Stuttgart
Mittwoch, 18.05.2011, 20.00 Uhr im Festsaal

Was bedeutet Eurythmie? Eine Eurythmielehrerin und ein Oberstufenschüler setzten sich mit dieser Frage auseinander anlässlich des Eurythmieabschlusses der 12. Klasse:

Elena Domratcheva, Eurythmielehrerin, Freie Waldorfschule am Kräherwald:
Rudolf Steiners Anliegen war es, eine Bewegungskunst zu schaffen, die unmittelbarer Ausdruck eines übersinnlichen Geschehens werden kann. Eurythmie ist sichtbare Sprache und sichtbarer Gesang. Sie ist mit den Kunstformen von Sprache und Musik verbunden. Sie ist aber nicht nur Ausdruck des gesprochenen Wortes, sondern das gesprochene Wort und Eurythmie wirken chorisch ineinander. Eurythmisten müssen sich genau wie Musiker oder Sprecher an die Quelle anschließen, aus der die Dichtung oder Musik selber stammen. Das innere Lauschen muss geübt werden. Im Inneren ist der „Arbeitsraum“. Ich muss im Inneren etwas Konkretes erleben, das ich ausdrücken kann, und ich benötige ein Ausdrucksmittel hierfür. Es ist ein urkünstlerischer Prozess, das Universelle zu individualisieren und in eine Bewegungsgebärde umzusetzen.

Michael Bolz, Klasse 12 B, Freie Waldorfschule am Kräherwald:
Eurythmie ist eine expressionistische Tanzform, die jedoch nicht nur zu Musik getanzt wird, sondern auch zu Gedichten. Außer den Tonleitern gibt es in der Eurythmie auch ein Buchstabenalphabet, dass jedoch um Gesten (Fachsprache: Gebärden) für einige Diphthonge wie „eu“ und „ch“ erweitert wurde. In der Eurythmie ist unser Körper ein Instrument um Sprache und Musik auszudrücken. Was die meisten Lehrer verkennen: Längst nicht jeder Schüler kommt von allein zu einem gewissen Verständnis der Eurythmie. Zugegebenermaßen fängt auch nicht jeder etwas mit wallenden Kleidern an.

Elena Domratcheva: Im Eurythmieunterricht gehen wir einen Weg vom WAS des Inhaltes eines Stückes zum WIE des Bewegungserlebnisses. Zuerst entsteht eine Bewegungsgebärde, dann lassen wir los und sind für etwas, was aus dem Umkreis kommt, bereit. Es ist die Aufgabe eines Eurythmielehrers, dieses den Schülern zu vermitteln. Wir arbeiten mit den Schülern zwölf Jahre lang, dann können wir als Abschluss ein Ergebnis dieser Arbeit in einer Aufführung präsentieren.

Michael Bolz: Die Eurythmie fordert sehr viel Vertrauen von den Schülern. Entsprechend gibt es auch nicht viele Waldorfschüler, die auf Fragen zur Eurythmie abseits der Geschmacksfrage antworten können. Wenn sie jedoch antworten, sagen sie Sätze wie: „Eurythmie gibt mir die Möglichkeit Poesie oder Musik anders wahrzunehmen.“
Bei der Ballade „Die Kraniche des Ibykus“ von Friedrich Schiller wird Dichter Ibykus auf dem Weg zu den Isthmischen Spielen vor Korinth ermordet, nur ein Kranichzug ist Zeuge. Doch Kraft des Chorgesangs der Erinnyen ruft einer der Täter als die Kraniche über vorbeiziehen, unwillkürlich: „... die Kraniche des Ibykus!“. Das ganze Auditorium erkennt die Mörder auf einen Schlag. Zusätzlich ist jeder von uns mit einer Solo-Einlage oder in einer kleinen Gruppe vertreten. Wir freuen uns auf einen vollen Saal am 18. Mai 2011.

Die Kraniche des Ibykus 

Zurück