Das neue Bild der Erde

Vor 100 Jahren, 1912, veröffentlichte Alfred Wegener erstmals seine Ideen zur “Kontinentalverschiebung”. Von der Wissenschaft abgelehnt, wurde Wegener erst vor 50 Jahren, 1962, durch die Forschungen bestätigt. Seitdem hat sich das Bild der Erde grundlegend verändert und die Geowissenschaften enthüllen immer neue Aspekte unseres Planeten.

Oberstufenlehrer Gerhard Wolber berichtet im Interview, warum dieses Thema für die Menschheit immer wichtiger wird:

Frage: Wie kamen Sie auf die Idee eine Vortragsreihe zu machen?

Wolber: Alfred Wegener hatte vor 100 Jahren die geniale Intuition, dass die Kontinente zusammenhängen und die gesamte Erde ein dynamisches Gebilde ist. Nach 50 Jahren Tabu wurde die Idee Alfred Wegeners von der modernen Plattentektonik bestätigt.

Frage: Wieso war Alfred Wegeners Theorie solange ein Tabu?

Wolber: So wie die Kirche Kopernikus 100 Jahre lang bekämpft hatte, weil seine Thesen nicht in ihr Konzept passte, so war die Wissenschaft noch nicht beweglich genug, die Erde dynamisch anzusehen.

Frage: Was bringt uns das, wenn wir die Erde als dynamisch erkennen?

Wolber:. Wenn man sich anschaut, wie die Erde heute betrachtet wird, dann ist sie entweder Ausbeutungsobjekt oder Müllkippe: Nur was ich kenne, weiß ich zu schätzen! Der Umgang mit der Erde wird in den nächsten Jahrzehnten zu einer globalen Herausforderung werden, denn die Ressourcen werden knapp. Die revolutionären Entdeckungen der modernen Geologie machen die Erde vergleichbar mit einem sich selbst regulierenden Wesen. Dieser Planet bietet viel mehr Analogien zu einem eigenen Pflanzenwesen als zu einem reinen Mechanismus.

Frage: Ist Ihr Vortrag für Familien geeignet?

Wolber: Auf jeden ist er empfehlenswert für Jugendliche ab der neunten Klasse und ihre Eltern und alle die, die sich für eine unterhaltende Darstellung geologischer Phänomene interessieren.

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